Dark Patterns

Erstellt am: 08.Jul 2020 | von: | Kategorie(n):

Dark Patterns (engl. für „dunkles Muster“) nutzen visuelle Eigenschaften für UI-Elemente oder ganze Flows, um den Nutzer dazu zu bringen eine bestimmte Aktion durchzuführen, obwohl der Nutzen in erster Linie nur für das Unternehmen gegeben ist. Die freie Entscheidung wird dadurch zu Gunsten des Unternehmens manipuliert, häufig mit finanziellen Verpflichtungen des Nutzers.

Ein Dark Pattern kann z.B. eine vorab ausgewählte Option, wie ein angekreuztes Kontrollkästchen (Checkbox) während eines Registrierungsvorganges sein, das zu nicht aktiv angeforderten Einlassungen führt. Schlimmer noch ist eine visuelle Manipulation solcher Kontrollkästchen, die die Wahrnehmung einer Opt-Out-Situation in eine Opt-In-Situation verschieben. Designer könnten das Kontrollkästchen manipulativ ausblenden oder verändern und z.B. markante Farben vermeiden. Folglich werden Benutzer wahrscheinlich kein Newsletter-Abo bemerken, nicht abwählen und abonnieren.

In der letzten Zeit sieht man immer wieder Dark-Patterns im Zusammenhang mit der DSGVO, die den Nutzern dazu verleitet eine Option zu wählen die seine Daten Preis gibt. An statt fair eine Option anzubieten, also gleichwertig zwischen Akzeptanz und Ablehnung. Wird eine Option mittels CTA zu Gunsten des Unternehmers ausgelegt.

Häufige Dark Patterns sind:

Roach Motel: UI-Flows, die es Benutzern erleichtern, Ziele zu erreichen, aber danach schwer zu beenden oder zu lösen sind. Häufig sieht man dies bei Verträgen, die schwer zu kündigen sind, oder Bestellungen die aufwändig zu retournieren sind.

Erzwungene Fortsetzung: Nach dem Abonnieren einer kostenlosen Testphase oder -version werden Benutzer automatisch auf einen kostenpflichtigen Plan umgestellt. Dazu wird schon im Vorfeld nach einer Bankverbindung gefragt, obwohl sie für eine Testversion nicht notwendig ist.

In den Warenkorb geschlichene Produkte: Vorbefüllte Warenkörbe, die während des Online-Kaufprozesses einen zusätzlichen Artikel, Gebühr hinzufügen. Manchmal auch in Kombination mit Kaufvertragserweiterungen wie Garantien oder Versicherungen die nur über Opt-Out oder löschen des Artikels entfernt werden können.

Die Massnahmen zur Manipulation von Nutzern scheinen lukrativ zu sein. Dark Patterns werden jedoch als unethische Praktiken angesehen. Verbreitet sind diese Verkaufsmethoden bei Banken, Versicherungen, Autohändlern, Aboangeboten, Haustürgeschäften usw. Die Praktiken hören nicht auf, können aber durch Gesetze zu Gunsten der Verbraucher entschieden werden. So entstand auch die 14-tägige Widerrufsfrist für Online-Angebote.

Nach oben